Ludwigsburg, 21.11.2015
Hervorragend haben sich unsere 3 Turn-Teams beim Landesfinale, zugleich Baden-WĂŒrttemberg-Finale der Mannschaften im GerĂ€tturnen geschlagen, das am vergangenen Wochenende in Ludwigsburg ausgetragen wurde.
Als erstes Team waren unsere JĂŒngsten, die E-Jugend gefordert. Die MĂ€dchen begannen gewohnt souverĂ€n am Sprung, wurden jedoch durch die Entscheidung des Kampfgerichts, die Reckstange eine Stufe nach unten zu versetzen, verunsichert. Dies Ă€uĂerte sich in einem Sturz und weiteren Unsicherheiten unserer Turnerinnen. An Balken und Boden konnten sie etwas Boden gut machen und landeten letzten Endes in einem sehr ausgeglichenen und stark besetzten Teilnehmerfeld mit nur 1,4 Punkten RĂŒckstand auf die zweitplatzierte Mannschaft auf dem fĂŒnften Rang. Trainerin Alexandra Jetter lobte die JĂŒngsten fĂŒr ihre durchweg guten Ăbungen.

Das erfolgreiche E-Jugend-Team, jeweils v.l.n.r. oben Angelina Buling und Jannika Schumacher, unten Linn Gerth, Lena Maier und Carlotta Fuss

Gut gelaunt in den Wettkampf auf „Monster-Schuhen“ v.l.n.r. Linn Gerth, Jannika Schumacher, Angelina Buling, Carlotta Fuss und Lena Maier
Den 2. Wertungsdurchgang bestritt unsere C-Jugend-Mannschaft, die auf Augenhöhe mit den Siegerteams am Stufenbarren startete. Leider erwies sich der darauf folgende âZitterbalkenâ als solcher, was durch diverse Abstiege und Wackler zu einem nicht mehr aufholbaren RĂŒckstand fĂŒhrte. Die darauf folgenden sehr guten Ăbungen am Boden und beim Sprung zeigten aber die Moral und das Potenzial, das in der Truppe steckt. Im Endergebnis stand somit ein guter 8.Gesamtrang zu Buche, mit sehr geringem Abstand auf die davor liegenden Teams.

Die Mannschaft der C-Jugend v.l.n.r. Doreen Peetz, Aylin Dejna, Hannah Irion, Kim Rösch und Jessica Hoss
Last but not least mussten sich unsere Turnerinnen der Offenen Klasse der Konkurrenz stellen. Sie waren mit dem Handicap angetreten, dass sich eine Turnerin 2 Wochen vor dem Finale eine FuĂverletzung zugezogen hatte, was ihnen aber nicht anzumerken war.
Mit einer bĂ€renstarken âSprungâ-Leistung begann das Team den Wettkampf und setzte diesen auch am Stufenbarren trotz etwas zweifelhafter AbzĂŒge durch das Kampfgericht fort. Nach 45-minĂŒtiger Wartezeit ging es am Balken mit einigen Unsicherheiten weiter, was letztlich den Sieg auf Landesebene kostete. Am letzten GerĂ€t, dem Boden, konnte dies mit der Höchstwertung aller Mannschaften teilweise kompensiert werden. Ein hervorragender 2. Platz beim Landesfinale und 3. Rang auf Baden-WĂŒrttemberg-Ebene waren die verdiente Ausbeute.
QualitĂ€tssiegel fĂŒr Jugendförderung
SchwarzwÀlder-Bote, 05.11.2015, von Karina Eyrich

Normalerweise bekommen Koji und Tatsuko Takizawa Weltmeister und Olympiasieger zu sehen. Was die Turnerinnen der STB-Turnschule um Alice Schumacher können, begeisterte die beiden dennoch â oder erst recht.
Albstadt-Ebingen. Sie alle sind Laien, die meisten SchĂŒlerinnen, und sie turnen in ihrer Freizeit. Gerade weil sie nicht unter professionellen Bedingungen trainieren, war das, was die Turnerinnen der STB-Turnschule dem Ehren-VizeprĂ€sidenten des Internationalen Turnerbundes am Mittwoch Abend vorgefĂŒhrt haben, so besonders fĂŒr Koji Takizawa und seine Frau Tatsuko. Zusammen mit ihren Freunden Werner Fischer und Helmut Rogowski sowie zahlreichen „Familienmitgliedern“ des TSV Ebingen verfolgten sie in der Schlossberghalle, was Alice Schumacher und ihre Mitstreiter leisten.
Seit einem knappen Jahr leitet die Jura-Studentin â selbst eine der erfolgreichsten Turnerinnen in der Geschichte des TSV Ebingen â die Turnschule des SchwĂ€bischen Turnerbundes (STB) in Ebingen. Wie eine Regelschule dĂŒrfe man sich diese freilich nicht vorstellen, erklĂ€rt Alice Schumacher. Die „Klassen“ seien Altersklassen, und Noten gebe es auch nicht.
Was also ist die STB-Turnschule? Der Begriff steht fĂŒr ein QualitĂ€tssiegel fĂŒr qualifizierte Ausbildung im Wettkampfsport. FĂŒr Alice Schumacher und die anderen elf Ăbungsleiterinnen â Lisa Bitzer, Hannah Boss, Paula Heer, Alexandra Jetter, Evelyn Karsten, Beatrice Luft, Lena Maier, Michaela Schneider, Pamela Schumacher, Carolin Wacker und Florine Wörz â bedeutet das regelmĂ€Ăige Fortbildungen beim STB und einen hohen QualitĂ€tsanspruch. Die meisten Ăbungsleiter haben eine Lizenz, zwei darunter den B-Trainer- und drei den C-Trainer-Schein.
15 Stunden pro Woche in der Turnhalle
Die meisten von ihnen waren schon vor Verleihung des QualitĂ€tssiegels Trainer beim TSV Ebingen, es seien aber auch neue hinzu gekommen, erklĂ€rt Alice Schumacher, die selbst rund 15 Stunden pro Woche in der Halle steht, am Wochenende ihre SchĂŒtzlinge zu WettkĂ€mpfen begleitet und zudem noch bĂŒrokratische Aufgaben hat: WettkĂ€mpfe anmelden, Startgelder beantragen, Musik fĂŒr Auftritte zusammenstellen â und dann gehört sie ja noch als Referentin fĂŒr Wettkampfsport dem Vereinsrat an.
Wer die STB-Turnschule im TSV Ebingen besuchen wolle, mĂŒsse Vereinsmitglied sein, betont die Schulleiterin. ZusĂ€tzliche Kosten seien damit nicht verbunden. Dem TSV hat dieses Angebot â zusammen mit flankierenden MaĂnahmen â allerdings einen Zuwachs an jungen Mitgliedern beschert, wie Helmut Wacker, Referent fĂŒr Verwaltung, berichtet. „Es kommen mehr Kinder, die Basis wird breiter, und so ist es leichter, Talente zu finden und gezielt zu fördern.“ Daran gelte es weiter zu arbeiten. Alice Schumacher freut sich auĂerdem, dass auch wieder ein paar Jungen mitturnen â auch wenn es noch ein paar mehr werden dĂŒrften.
Auch die Schulleiterin ist sicher, dass die Einrichtung der STB Turnschule nicht ganz unschuldig daran ist, dass die Turnerinnen im TSV auf dem aufsteigenden Ast sind. Vor dem Auftritt vor Koji Takizawa jedoch hatte sie schon etwas Bauchgrimmen, wie sie bekennt. Immerhin gehört der Japaner seit Jahrzehnten zu den international kompetentesten und fĂŒhrenden SportfunktionĂ€ren, vor allem im Bereich Turnen, und ist dementsprechend höchste QualitĂ€t gewohnt.
Die Sorge der engagierten Trainerin war jedoch unberechtigt: Ihre SchĂŒtzlinge haben an den GerĂ€ten und auf dem Boden sowie als „Die TurnhĂŒhner“ mit anspruchs- und humorvollem Programm „Im HĂŒhnerstall gehtâs rund“ geglĂ€nzt â und das Ehepaar Takizawa „ziemlich begeistert“, wie hinterher zu vernehmen war. Ob es eine kĂŒnftige Deutsche, Europa- oder Weltmeisterin gesehen hat? An vielversprechenden Talenten mangelt es in der STB Turnschule jedenfalls nicht. Und noch weniger an hervorragendem Personal, wie Helmut Wacker betont: „Dass das GerĂ€teturnen im TSV auf dem aufsteigenden Ast ist, hat vor allem einen Grund â und der heiĂt: Alice Schumacher. Ihr Engagement und ihre Art, mit Kindern und Jugendlichen umzugehen, begeistern diese â und deren Eltern.“
SchwarzwÀlder-Bote, 03.11.2015
Freunde fĂŒrs Leben: Werner Fischer, Tatsuko und Koji Takizawa sowie Helmut Rogowski vor dem Glasbild von Fritz Wagner. Foto: SchwarzwĂ€lder-Bote
Von Karina Eyrich
Albstadt-Ebingen.
Dass Hartmut Rall, Vorsitzender des TSV Ebingen, gestern Geburtstag hatte, war eine schöne Zugabe fĂŒr den Empfang bei OberbĂŒrgermeister Klaus Konzelmann, dessen Anlass freilich ein anderesJubilĂ€um war: eine internationale MĂ€nnerfreundschaft.
„Es war einmal…“ â so fĂ€ngt fĂŒr Werner Fischer eine mĂ€rchenhafte Geschichte an, die zu Weihnachten 1965 begann. Helmut Rogowski, Student an der Sporthochschule Köln und Mitglied im TSV Ebingen, hatte damals seinen Vorsitzenden angerufen, weil seine japanischen Kommilitonen mal ein richtig deutsches Weihnachtsfest erleben wollten, was sie bei den Familien Schlagenhauf, Faigle, Dengle und eben bei Familie Werner Fischer dann auch taten.
Dass daraus eine so lange, so enge und fĂŒr den TSV Ebingen sowie fĂŒr die Sportstadt Albstadt eine so fruchtbare Freundschaft erwachsen sollte, das sei bewundernswert, betonte Hartmut Rall gestern â und vorbildlich, wie Klaus Konzelmann kommentierte, ehe er Koji und Tatsuko Takizawa beschenkte und ihnen dafĂŒr dankte, dass sie eigens von der Kunstturn-Weltmeisterschaft in Glasgow nach Albstadt gekommen waren.
Dort hat der Ehren-VizeprÀsident des Internationalen Turnerbundes verfolgt, wie die japanischen Turner den ersten Platz mit der Mannschaft und zahlreiche weitere MedaillenrÀnge in den Einzel-WettkÀmpfen erobert haben.
Dass die Turner aus dem Land der aufgehenden Sonne diesen Sport dominieren, haben sie auch in Albstadt schon oft gezeigt: Werner Fischer erinnerte an drei Schauturnen nach der WM 1966 â in Berlin, MĂŒnchen und Albstadt, damals der Startschuss fĂŒr das Landesturnfest 1967, an das ein kunstvolles Glasfenster von Fritz Wagner im Treppenhaus des Rathauses erinnert.
Hartmut Rall schwĂ€rmte indes von den Darbietungen der japanischen Turner bei den Galas 2007 â zusammen mit dem damals frischgebackenen Reck-Weltmeister Fabian HambĂŒchen â und 2011, als Takizawa, Professor und Rektor der Nittaidai-UniversitĂ€t Tokio, dem TSV zum 150. JubilĂ€um ein ganz besonderes Geschenk machte und viele seiner besten Sportler mit nach Albstadt brachte. Auch gestern sprachen alle von dem unvergesslichen Abend.
Dass Koji und Tatsuko Takizawas erster Sohn â 1971 in Albstadt geboren â „Itsuya“, der Deutsche, heiĂt, ist nur eines von vielen BĂ€ndern, das diese Freundschaft zusammenhĂ€lt. Sie zu feiern, hat Helmut Rogowski, Werner Fischer, das Ehepaar Takizawa und viele Mitglieder des TSV Ebingen nicht nur gestern zusammen gebracht: Heute werden sie sich gemeinsam in der Schlossberghalle ansehen, was die jungen TSV-Talente können â und danach im Brauhaus Zollernalb feiern. Auch wenn nicht Weihnachten ist. „Albstadt ist meine zweite Heimat“, das musste Koji Takizawa nicht eigens betonen. „Es ist eine ganz groĂe Ehre, wieder mal hier zu sein. Und ich freue mich, dass wir jetzt, noch mehr als frĂŒher, freundschaftliche Kontakte pflegen“: Ein Studentenaustausch mit der Nittaidai-UniversitĂ€t ist im Gange â und Konzelmann versprach, dass die Stadt ihn gerne unterstĂŒtzen wird.
Riedlingen, 24.10.2015
In allen 4 Altersklassen qualifizierten sich die angetretenen TSV Turn-Teams fĂŒr das Landesfinale am 21.11. in Ludwigsburg.

Die erfolgreiche E1 mit Angelina Buling, Lena Maier, Carlotta Fuss, Jannika Schumacher und Linn Gerth

Aufgeregt bei der Siegerehrung, unser E2-Team Maya Boss, Luise May, Viktoria Schauermann, Julia Krasnik und Lena Hauer

Das dezimierte C-Jugend-Team mit Doreen Peetz, Aylin Dejna, Hannah Irion und Kim Rösch
In der ersten Staffel waren die beiden E-Jugend- und die C-Jugend-Mannschaft gegen zahlreiche Mannschaften, die sich auf Gauebene fĂŒr das Regiofinale qualifiziert hatten, an der Reihe.
Das E1-Team lies alle anderen Mannschaften mit deutlichem Abstand hinter sich und belegte sauverĂ€n den 1. Rang. Auch die E2-Mannschaft, die durchweg mit MĂ€dchen des jĂŒngeren Jahrgangs angetreten war, wusste zu ĂŒberzeugen und belegte einen guten 8. Platz.
Die Turnerinnen der C-Jugend hatten gleichfalls eine guten Tag erwischt. Allerdings hatten sie den krankheits-bedingten Ausfall einer Turnerin zu verkraften. Sie schlugen sich dennoch hervorragend und konnten mit dem 2. Platz ĂŒberzeugen.

Ausgezeichneter 3. Platz fĂŒr die D-Jugend: Annalena Henne, Lena Irion, Melina Ohngemach und Monika Ulshöfervon GerĂ€t zu GerĂ€t aus und hatte letzten Endes einen deutlichen Vorsprung auf die Verfolger.
Den 2. Wettkampfdurchgang bestritten fĂŒr den TSV die D-Jugend und die Mannschaft der Offenen Klasse.
Auch hier gabe es wieder 2 PodestplĂ€tze: das Team der D-Jugend, ebenfalls nur aus 4 Turnerinnen bestehend ĂŒberzeugte mit sehr konstanter Leistung ĂŒber alle Turnerinnen hinweg. Der Lohn war ein im Vorfeld nicht unbedingt erwarteter dritter Gesamtrang und die verdiente Qualifikation zum Landesentscheid. Allen qualifizierten Teams ist somit ein Platz unter den 12 besten Mannschaften sicher.

Wettkampf dominiert, die Turnerinnen der „Offenen Klasse“: oben Florine Wörz, Dina RĂŒckert, Leonie Greiner, sitzend Hannah Boss und Evelyn Karsten
Die Mannschaft der Offenen Klasse, von Beginn an als Favorit ins Rennen gegangen, baute ihren Punktevorsprung von GerÀt zu GerÀt aus.
Das Ă€uĂerte sich letztlich in einem riesigen Vorsprung auf die restlichen, platzierten Teams. In dieser Form geht der Sieg beim Landesfinale nur ĂŒber die Ebinger „Offene Klasse“.
